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Carl von Ossietzky

Der Republikaner und Pazifist Carl von Ossietzky (1889-1938), dessen Namen die Universität seit 1991 trägt, gehörte zu den profiliertesten Publizisten der Weimarer Republik. Er begann seine journalistische Laufbahn vor dem Ersten Weltkrieg in Hamburg und wurde in den 20er Jahren als Nachfolger von Kurt Tucholsky Schriftleiter des Intellektuellenblattes "Die Weltbühne". Nach der Machtübernahme 1933 internierten ihn die Nationalsozialisten wegen seines vehementen Einsatzes für Demokratie und Frieden unter anderem im Konzentrationslager Esterwegen (bei Oldenburg). Die weltweite Kampagne zur Verleihung des Friedensnobelpreises an den KZ-Häftling veranlasste das Nazi-Regime, ihn 1936 zu entlassen. Zwei Jahre später starb er an den Folgen seiner Haft in Berlin. Eine interdisziplinär zusammengesetzte Oldenburger Forschungsgruppe brachte 1994 eine kommentierte Ossietzky-Gesamtausgabe heraus. Sie war der Beginn umfangreicher Editionsarbeiten, die an der Universität Oldenburg entstehen. Zurzeit sind kommentierte Gesamtausgaben von AutorInnen in Arbeit, die sich - wie Ossietzky - durch ihr gesellschaftskritisches und demokratisches Engagement einen großen Namen gemacht haben: Kurt Tucholsky (1890-1935), Hannah Arendt (1906-1975) und Theodor Lessing (1872-1933).

Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Die Universität Oldenburg gehört zu den jungen Hochschulen Deutschlands, die sich in ihrer gut 25-jährigen Geschichte ihre Offenheit und Bereitschaft, neue Herausforderungen anzunehmen, bewahrt hat. Mit 11.000 StudentInnen und rund 1.800 WissenschaftlerInnen und Bediensteten ist sie eine überschaubare Hochschule mit guter Ausstattung und architektonisch bemerkenswerten Gebäuden, die auf zwei Standorte konzentriert sind. Die Universität Oldenburg wurde 1973 im Rahmen der Reform und Ausweitung des Hochschulsystems der Bundesrepublik gegründet. Heute trägt sie wesentlich dazu bei, der strukturschwachen Nordwestregion neue wirtschaftliche und kulturelle Impulse zu geben. Im Sommersemester 1974 nahm sie den Lehrbetrieb mit 2.400 StudentInnen auf. Basis war die Pädagogische Hochschule, die in die neue Universität integriert wurde.